Gentechnik – Segen oder Fluch? Beseitigt sie die Armut von Kleinbauern oder begünstigt sie deren Elend? Trägt sie dazu bei, Krankheiten zu heilen oder macht sie krank? Alexander und Harriet streiten sich über Nutzen und Schaden der Gentechnik.

Pro: Alexander

Die Menschheit wächst und mit ihr wachsen auch die Bedürfnisse. Mit vorher nie dagewesenen Zuständen entwickeln sich auch neue Probleme und Herausforderungen, die wir bewältigen müssen. Die Gentechnik ist schon heute eine Lösung für einige dieser Herausforderungen und wird auch in Zukunft den Fortschritt unterstützen.

Gene sind der Code allen Lebens auf der Erde. Die Wissenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Forschung die Lebensqualität von Menschen zu erhöhen. Solange wir verantwortungsbewusst mit unserem Wissen umgehen, kann die Veränderung von Genen ein Geschenk für die Menschheit sein.

Schon heute nutzen wir die Gentechnik. Wir modifizieren Pflanzen und helfen damit Menschen in Entwicklungsländern, höhere Erträge in der Landwirtschaft zu erzielen. Wirkstoffe wie Insulin, Vitamine und Medikamente – manchmal überlebenswichtig – stellt die Pharmaindustrie mit gentechnisch veränderten Bakterien her. Wer eine Zuckerkrankheit, Blutarmut, Herz-Kreislaufstörungen oder andere Krankheiten hat, kann so ein längeres und gesünderes Leben führen.

Die Potenziale der Gentechnik liegen in der Zukunft. Die Forschung arbeitet auch an der künstlichen Züchtung von Organen, die Leben retten können. Neu auftretende Krankheiten und Pflanzenplagen können so ebenfalls schneller überwunden werden.

Die von Kritikern der Gentechnik immer wieder angeführte Gefahr, dass genmanipulierte Lebewesen außerhalb des Labors ihre natürlichen Konkurrenten verdrängen, ist sehr gering. Denn diese Lebewesen verlieren im Laufe der Zeit die veränderten Merkmale. Auch gesundheitlich stellt der Verzehr von genetisch bearbeiteten Lebensmitteln nach dem jetzigen Stand der Forschung kein Risiko dar.

Neue Entwicklungen werden zu Beginn häufig kritisiert. Bei der Gentechnik ist es nicht anders. Aber mit der Zeit wird auch die breite Masse ihre Vorzüge erkennen, sie befürworten und schließlich auch für sich nutzen, um ein besseres Leben zu führen.

Contra: Harriet

Eines der großen Versprechen der Gentechnik ist, sie könne die Erträge in der Landwirtschaft steigern: Wirkungsvolles Mittel gegen den Welthunger, weniger Chemie auf den Äckern – mit solchen Verheißungen wird für die Gentechnik argumentiert. Doch bisher ist dies nicht eingehalten worden.

Sicher dagegen ist, dass Gentechnik der Umwelt schadet. Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen setzt üblicherweise Monokulturen voraus und zerstört die biologische Vielfalt.

Pflanzen, wie zum Beispiel der genmanipulierte Bt-Mais MON810 von dem Konzern Monsanto, produzieren ihr eigenes Bt-Gift, das sie vor dem Befall von Schädlingen schützt. Dieses Gift wirkt aber nicht nur gegen Schädlinge, sondern vernichtet auch nützliche Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Käfer und schädigt das Ökosystem. Aber was ist das überhaupt – Bt-Gift?

Bt steht für „Bacillus thuringiensis“. Dieses Bakterium produziert Bt-Toxine, die auf viele Insekten toxisch wirken und sogar für den Menschen Gesundheitsrisiken bergen. Durch den Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel kann beispielsweise eine Resistenz gegen bestimmte Antibiotika gefördert werden.

Zudem ist die Verbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht zu steuern. Bienen können naturgemäß genmanipulierte nicht von den unveränderten Pflanzen unterscheiden. So wird durch die Bestäubung genmanipuliertes Saatgut unkontrolliert über mehrere Kilometer verbreitet.

Seit Jahrzehnten verspricht die Gentechnik-Branche langfristig effiziente Methoden gegen den Hunger auf der Welt. Dabei ist die Ernährungsproblematik nicht durch Gentechnik zu lösen. Denn der Großteil aller Lebensmittel wird von Kleinbauern produziert. Gen-Pflanzen erfordern aber eine hoch industrialisierte Landwirtschaft. Die Bauern wären verpflichtet, von großen Konzernen Saatgut und Düngemittel zu beziehen. Die fruchtbaren Böden werden so zerstört und die Abhängigkeit der Bauern von großen Konzernen vergrößert.

Kommentare

Das aktuelle Problem bei genveränderten Anteilen bei Lebensmittel ist, dass nicht gekennzeichnet sei muss ob die Tiere Gen-Futter bekommen haben. So hat der /die Verbraucher/inn nicht die Möglichkeiten sich ohne Aufwand gegen schädliche Gentechnik zu entscheiden
Das macht doch keinen Sinn: Hier werden auf beiden Seiten jeweils gesagt, dass die jeweils anderen Argumente nicht stimmen. Ein Bezug auf Quellen waere angebracht. Dass niemand weiss, was er/sie glauben soll ist ja das Problem. Nicht zwei Seiten von Pro und Contra, die ideel voreingenommen arguementieren sind gefragt, sondern viele Stellungnahmen, die schon pro und contra selbst abwiegen und eingenommen von einer Meinung zum Gesamt bild sind, waeren schoen. Gentechnick ist ein schwieriges weitumfassendes Thema. Hier wurden leider viele Aspkete vergessen.
ich finde beide haben recht, weil das so ist.
Ihr Kommentar trägt nicht zur Didaktik bei und verhindert diese Konversation.
Sie haben vollkommen recht werter Kollege.
Das ist eine sehr interessante Ansicht.
Mit Bacillus thuringiensis -Präparaten werden seit langem viele Schadinsektenarten bekämpft. Das heißt, dass dieses Toxin auch mit nicht-gentechnisch veränderten Pflanzen vom Menschen aufgenommen wird. Und ob dieses zu Antibiotikaresistenzen führt, ist unklar.
Ich persönlich bin gegen die Gentechnik solange sie noch nicht AUSGEREIFT ist. Laut meiner Meinung überwiegen die Contras. Doch was Medikamente Vitamine etc. betrifft bin ich dafür. Vielleicht können wir ja in ein paar Jahren die Gentechnik KONTROLLIERT nutzen aber ich finde das dafür die Menschheit noch nicht soweit ist.
wir sind stark pigmentiert
Mal im Ernst, wenn man glaubt durch biologische Ernährung die Erde zu retten, dann sollte man sich mal die Gesichter der Kinder in ärmeren Ländern angucken, die verhungern, weil es in den Industriestaaten immer mehr Leute gibt, die ihr Ego aufbessern wollen, indem sie ineffektiv angebautes Gemüse und Getreide essen. Es ist nunmal so, das immer mehr Menschen ernährt werden müssen und der Anbau der dafür benötigten Pflanzen oftmals nur mit Gentechnik möglich ist.
Über ein Drittel der Lebensmittel wird bei uns weggeschmissen!! Wenn Lebensmittel gerecht verteilt wären, müsste niemand hungern. Fragt mich jetzt nicht nach einer Lösung dafür, ich weiß auch keine. Aber damit sollten sich die ganzen schlauen Leute mal lieber beschäftigen! Außerdem essen wir viiel zu viel Fleisch: durch jede Stufe der Nahrungsketten geht viel Energie verloren. Folgt man einer Nahrungskette von unten nach oben, also von Pflanze über Pflanzenfresser zum Fleischfresser, so beträgt der Energieverlust von einer Stufe zur nächsten etwa 90 Prozent. Das heißt umgekehrt, nur etwa 10 Prozent der Biomasse einer Stufe wird in Biomasse der nächsten Stufe umgewandelt. Also am besten würden wir alle komplett auf Fleisch verzichten, aber das verlange ich ja gar nicht… Einfach weniger Fleisch – also nicht jeden Tag zum Beispiel. Und etwas mehr darauf achten, wie man mit Lebensmitteln umgeht! Beispielsweise nicht die halbe Lasagne wegschmeißen, weil sie heute keiner mehr essen wollte. Man kann sie auch einfach am nächsten Tag nochmal aufwärmen! Wenn jeder ein bisschen mithilft, dann ist das wie ein Meer, ein riesiger Ozean, der sich aus einzelnen kleinen Wassertropfen zusammensetzt. Seien Sie alle ein Wassertropfen!! Verbessern wir zusammen die Welt, unsere Welt!!!