Ein Wahrzeichen Leipzigs: Das Völkerschlachtdenkmal Foto: Michael Heimann, pixelio.de

Obwohl Leipzig weder Hauptstadt noch Millionenmetropole ist, zählt diese Stadt zu den wichtigsten Deutschlands. Denn ohne die friedlichen Montagsdemonstrationen im Herbst 1989 wäre die Berliner Mauer vielleicht nie gefallen.

Shoppen und Gedenken – der Augustusplatz

Jeder Leipziger kennt und liebt ihn. Er ist Standort des Gewandhauses, der Oper und der Universität. Er führt zu unzähligen Einkaufspassagen und Geschäften und er ist der Hauptverkehrsweg des Innenstadtrings: Der Augustusplatz.

Außerdem blickt der Platz, der zu den größten Deutschlands zählt, auf eine bewegte Geschichte zurück. Die Route der Montagsdemonstrationen von 1989 auf dem „Leipziger Ring“ begann nämlich genau dort, im Herzen der Stadt. Um diesem Ereignis zu gedenken, wurde am 09. Oktober 2009 die sogenannte Demokratieglocke auf dem Augustusplatz installiert. Die Glocke erinnert in der Form an ein übergroßes goldenes Ei, das in den Asphalt eingelassen wurde und jeden Tag zwei Mal läutet.

Stasi-Geschichte in der Innenstadt


Gedenktafel an der “Krummen Ecke”, Foto: Olivia Sardinas

Zwanzig Jahre ist es her, dass aus den Räumen der ehemaligen Staatssicherheit-Bezirksverwaltung in Leipzig ein Museum geworden ist. Die Gedenkstätte in der „Runden Ecke“ ist heute eines der meistbesuchten Museen der Stadt.

„Krumme Ecke, Schreckenshaus / Wann wird ein Museum draus?“ – diese Frage konnten Leipziger Bürger während der Friedlichen Revolution in riesigen Lettern auf einem Transparent lesen. Die Montagsdemonstranten protestierten unter anderem für die Auflösung der Staatssicherheit. Am 04. Dezember 1989 wurde die „Runde Ecke“ dann sogar von aufgebrachten Bürgern besetzt. Dieser Akt gilt heute noch als wichtiges Symbol der Selbstbefreiung.

Damit die Geschichte der Stadt nicht in Vergessenheit gerät, informiert das Museum in einer Dauerausstellung unter dem Motto „Stasi – Macht und Banalität“ über die einst flächendeckende Unterdrückung durch die SED. Die Leipziger haben im Museum in der „Runden Ecke“ außerdem die Möglichkeit, ihre eigenen Stasi-Akten einzusehen.

Die Leipziger Messe im Wandel der Zeit


Das alte Messewahrzeichen., Foto: Olivia Sardinas

Die Leipziger Messe GmbH zählt heute zu den zehn größten Messegesellschaften Deutschlands. Damals, zu DDR-Zeiten, war das noch anders.

In Leipzig finden jedes Jahr etwa 35 Messen statt, darunter international bekannte Fachmessen wie die Leipziger Buchmesse oder die Automesse „Auto Mobil International“. Vor 20 Jahren wäre diese Ausstellungsvielfalt nicht denkbar gewesen. Als die Mauer Deutschland noch in zwei Hälften teilte, gab es in Leipzig nur zwei Universalmessen: die Frühjahrs- und die Herbstmesse. Beide galten als wichtiges Ereignis im Ost-West-Handel und dienten als wirtschaftliches und politisches „Schaufenster“. Die Besucher der Messe hatten die Möglichkeit, die technischen Innovationen des Ostens mit der Leistungsfähigkeit gleichartiger Produkte aus dem Westen zu vergleichen.

Nach 1990 verlor die Leipziger Messe ihre herausragende Stellung. Die bis dato veranstalteten allgemeinen Messen sollten durch Fachmessen ersetzt werden. Das alte Messegeländemusste seine Funktion 1996 mit dem Umzug der Messe in die neuen, moderneren Ausstellungshallen am Stadtrand abtreten.

Für den Frieden beten


Die Orgel der Nikolaikirche in Leipzig, Foto: Birgit Winter, pixelio.de

Obwohl es in Leipzig viele Kirchen unterschiedlichster Konfessionen gibt, sticht ein Gotteshaus besonders heraus. Die Nikolaikirche.

Die 1165 erbaute Nikolaikirche erlangte durch ihre Friedensgebete, an die sich im Oktober 1989 die friedlichen Montagsdemonstrationen anschlossen, bundesweite Berühmtheit. Immer wieder scharen sich Touristengruppen um das romanische Bauwerk, das zwischen den modernen Geschäften der Leipziger Innenstadt irgendwie fehl am Platz wirkt.

Natürlich ist die Nikolaikirche nicht die einzige interessante Kirche in Leipzig. Die zweite sehr berühmte Kirche ist die Thomaskirche. Dort arbeitete Johann-Sebastian Bach. Und noch heute singt dort der weltbekannte Thomanerchor. Außerdem gibt es noch eine Menge internationaler Kirchen, darunter eine russisch-orthodoxe Kirche, eine Synagoge und eine Moschee.

Es grünt so grün…


Blick auf das MDR Hochhaus, Foto: Olivia Sardinas

Leipzig war immer schon ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Seit der Wiedervereinigung hat die nordsächsische Stadt allerdings viele neue Industriezweige hinzugewonnen. Bleibt da noch Platz für Umwelt und Co?

Mit seinen zahlreichen Parks gehört Leipzig zu den Großstädten mit den umfangreichsten Grünflächen in Deutschland. Obwohl derzeit etwa 38.000 Unternehmen in der Stadt angesiedelt sind, kümmern sich kreative Landschaftsgestalter laufend um die Schaffung neuer Grünflächen – so viel Platz muss sein.

Im Jahr 2000 wurde beispielsweise das Restloch eines DDR-Braunkohletagebaus geflutet, wodurch ein 4,3 km² großer See, der Cospudener See, entstand.

Einer der bekanntesten Parks der Stadt ist der Friedenspark. Dieser wurde bereits 1983, also sechs Jahre vor dem Ende der DDR, an die Öffentlichkeit übergeben. Bis heute zieht das kleine Erholungsgebiet täglich viele Menschen an.

„Next stop: Main Station“


Ein Bahnsteig am Leipziger Hauptbahnhof, Foto:Erich Westendarp, pixelio.de

Da sitzt man nichtsahnend in der Straßenbahn – und plötzlich schallt eine freundliche Frauenstimme durch die Luft, die mit den Worten „Next stop: Main Station“ auf das baldige Erreichen des Hauptbahnhofs aufmerksam macht. Seit einigen Jahren werden die Haltestellen der Leipziger Innenstadt mehrsprachig angekündigt – und das ist auch gut so.

Gut so, weil Leipzig inzwischen Touristen aus aller Welt anlockt. Und die bekommen einen tollen Empfang: Der Leipziger Hauptbahnhof wurde 1998 saniert und hinterlässt als größter Hauptbahnhof Europas einen imposanten ersten Eindruck.

Zu DDR-Zeiten hatte der Bahnhof übrigens nur eine einzige Ebene – heute sind es drei Etagen, auf den man an sieben Tagen der Woche einkaufen kann.