Die Dresdner Frauenkirche
Die wiederaufgebaute Dresdner Frauenkirche Foto: Alexander Rehberg

Dresden – eine dynamische Stadt erstrahlt im altem und neuen Glanz. Wo vor 20 Jahren noch Schafherden grasten, lichten Touristen aus aller Welt inzwischen die wiederaufgebaute Frauenkirche ab. Aber Dresden ist mehr als „nur“ Erbe vom letzten sächsischen König August dem Starken: eine lebenswerte und grüne Großstadt, Hightech-Zentrum und… schuldenfrei!

Und plötzlich wird’s um eine Dreiviertelmilliarde leichter…


Die Prager Zeile auf der Prager Straße,
Foto: Alexander Rehberg

Schuldenfrei lebt es sich besser. Das beweist die sächsische Landeshauptstadt Dresden seit November 2006. Damals ist Dresden seine knapp 750 Millionen Euro Schulden losgeworden, nachdem es die städtische Wohnungsgesellschaft „Woba“ für 1,7 Milliarden Euro an einen amerikanischen Investor verkauft hat.

Und damit Dresden auch weiterhin schuldenfrei bleibt, wurde auch gleich noch ein Verschuldungsverbot mit beschlossen. Harmonisch war die Debatte um den Woba-Verkauf allerdings nicht geführt. Schließlich ging es hierbei um rund 48.000 Wohnungen und ihre Bewohner. Auch die Prager Zeile – mit 240 Metern das längste Wohnhaus Deutschlands – war vom Verkauf betroffen. Kurz vor dessen Sanierung gaben die Pet Shop Boys gemeinsam mit den Dresdnern Sinfonikern im Sommer 2006 ein Konzert auf dem Dach des Gebäudes. Anlass war die Open-Air Aufführung des Stummfilms Panzerkreuzer Potemkin von Sergei Eisenstein.

Ein Hauch von Barock


Der Canalettoblick auf die Dresdner Altstadt, Foto: Alexander Rehberg

Die beste Sicht auf das Panorama der Dresdner Altstadt hat man vom sogenannten Canalettoblick auf der rechten Elbseite. Von hier aus malte der Dresdner Stadtmaler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, sein berühmtes Gemälde mit der historischen Silhouette Dresdens.

Jetzt hängt es in der Gemäldegalerie Alte Meister neben weiteren bedeutenden Werken wie Raffaels Sixtinischer Madonna oder dem Schokoladenmädchen von Jean-Étienne Liotard. Aber nicht nur Dresdens Stadtmaler war Italiener, auch viele Gebäude der Dresdner Altstadt wurden von italienischen Architekten gebaut. August der Starke holte sie nach Dresden, damit seine Stadt genauso schön würde wie Florenz oder Venedig – daher auch der Name Elbflorenz.

Weihnachtszeit in Dresden


Mit langer Tradition: Der Dresdner Striezelmarkt, Foto: wikimedia

Egal, wohin man im Dezember schaut, überall wimmelt es nur so von Weihnachtsmärkten. Einen ganz besonderen gibt es in Dresden: Der berühmte Striezelmarkt wird diesen Winter zum 576. Mal stattfinden.

Auch diesmal werden neben halben-Meter-Bratwürsten, Nussknackern und Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge natürlich auch Dresdner Stollen angeboten. Ursprünglich bestand der Stollen übrigens nur aus Mehl, Wasser und Hefe. Erst der „Butterbrief“ von Papst Innozenz VIII erlaubte ab 1491 die Verwendung von Butter und Milch für dieses Fastengebäck.

Wie in der Schweiz – nur näher dran


Die Basteibrücke in der Säschischen Schweiz, Foto: Cekora, Pixelio.de

Ein Paradies für Kletterer und Wanderfreunde: die Sächsische Schweiz. Wanderstiefel eingepackt! Hier geht es zur Sache!

Fernab von Attraktionen wie der Bastei oder der Festung Königsstein, die von Touristen überschwemmt sind, finden sich noch immer genügend einsame und romantische Orte. Ins Elbsandsteingebirge kommt man am besten mit dem Fahrrad entlang der Elbe. Der Elberadweg macht es möglich. Der führt übrigens von der Elbquelle in Tschechien über Dresden, Dessau und Magdeburg bis nach Hamburg.

Junge Stadt mit guter Bildung


Ein Hörsaalgebäude der TU Dresden,
Foto: Alexander Rehberg

Seit 2006 ist „Kindergärten bauen“ statt „Zinsen zahlen“ angesagt. Kein Wunder also, dass die Geburtenrate Dresdens steigt. Dresden ist jung. Und das scheinen auch Studenten aus aller Welt zu spüren, die es zum Studium nach Dresden zieht.

Um genauer zu sein: 35.000 Studenten. So viele junge Leute sind an der TU Dresden immatrikuliert und füllen den Campus im Süden der Stadt ordentlich mit Leben. Nur so am Rande: Dresden ist die einzige deutsche Stadt, in der man Hydrowissenschaften studieren kann – vielleicht gar keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, welche Probleme auf eine Stadt zukommen, die nicht allzu selten von Hochwassern heimgesucht wird. Neben der Technischen Universität gibt es noch fünf andere Hochschulen, zum Beispiel für Kunst und Musik.

Vom „Klein-Staat“ zum Szeneviertel


Das Wasserhaus in der Äußeren Neustadt, Foto: JJD, Pixelio.de

Von 1990 bis 1993 erklärte sich das Stadtviertel „Äußere Neustadt“ zu einer Mikronation mit eigener Währung – der Neustadtmark – und eigener Regierung. Jetzt ist es noch immer Dresdens Szeneviertel.

Auch wenn in der Neustadt nur noch während des Straßenfestes „Bunte Republik Neustadt“ autonome Gefühle aufkommen, hebt sie sich doch deutlich vom Rest Dresdens ab. Bemerkenswert ist auch, dass 36 Prozent ihrer alternativen Bewohner bei den Kommunalwahlen 2009 ihr grünes Herz gezeigt haben. Einen Abstecher lohnt auf jeden Fall die Kunsthofpassage. Sie glänzt mit originellen Läden und Cafés. Aber vor allem mit ihren einfallsreichen Fassaden, wie der des Wasserhauses. Alle 30 Minuten oder wann immer es regnet, lässt sich das Schauspiel mit dem Wasser beobachten.

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Dresden bietet auf engstem Raum Sehenswürdigkeiten und eine wunderschöne Elblandschaft – gerade im Sommer und im Frühherbst eine Reise wert. Dass die Stadt schuldenfrei ist – umso besser für die Erhaltung und den Ausbau.

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